Grußwort des Heimleiters PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Marcel Petri   
Freitag, den 30. Januar 2009 um 22:20 Uhr

Zu seinem Amtsantritt im SS06 fand unser derzeitiger Heimleiter einige sehr treffende Worte zum Selbstverständnis des Hauses.

 

heimleiter_neuOfficium meum est pontificium - Mein Amt ist das Brücken bauen. Das ist der Wappenspruch unseres Hauses. Wir wissen, dass Häuser, seien sie noch so gut in der Substanz erhalten oder eben auch sanierungsbedürftig, wir wissen, dass ein Haus solch ein Amt nicht ausfüllen kann. Es sind die Menschen die hier wohnen, studieren, arbeiten und beten die Brücken bauen können.

 

In Gemeinschaft zu leben bedeutet, dass man Visionen, mögliche Lebenserfahrung aber auch Glaubenserfahrung miteinander teilt. Unser Haus lässt uns das Leben lernen, mit all dem, was uns ausmacht: mit unseren Begabungen, mit unseren Beschränkungen und mit all unseren Stimmungswechseln. Jeder von uns hier könnte einiges erzählen von der Wegstrecke seines Lebens und seines Glaubens. Neben der Freude am Leben, Studium und Glauben, dem Eifer für dieses und jenes, gibt es Stationen der Erschlaffung und des Versagens, der Lebens- und Zukunftsangst, der kleineren oder großen Untreue.Es kommt die Zeit, da nach dem feurigen Anfang schon die Länge des Weges, die Einförmigkeit so vieler Alltage, die Begegnung mit den ewig gleichen Gesichtern, die Herausforderung durch ständig wiederholtes Fragen oder das Erleben eines mühseligen, manchmal glanzlosen Weges am Nerv unserer Beständigkeit nagt.


In diesen Existenzsituationen miteinander Leben zu können erfordert ein hohes Maß von Fingerspitzengefühl. Die Breulianer versuchen diesem Anspruch gerecht zu werden: und das ist wahrlich nicht selbstverständlich! Wer mit anderen durch das Leben geht, wer, wie die anderen ein Ziel vor Augen hat, der lernt, sich auch mit den anderen zu freuen. Das heißt: wo Leben und Leid geteilt werden, da muß auch Freude geteilt werden: Feste müssen gefeiert werden. Zuallererst hier in der Kapelle. Jesus Christus ist die Ursache unsere Freude und unserer Hoffnung! Aber es ist nicht so einfach, diesen Dank, gerade außerhalb der Hoch-zeiten, tagtäglich Christus hinzuhalten. Denn Christen, die sich nicht um Christus versammeln, werden auch mit Partys und Würstchen-Grillen keine Menschen anlocken die Hunger nach mehr haben – und der eigene Hunger bleibt auch. Die kirchlichen Einrichtungen, bei denen Gott nicht im Mittelpunkt steht, werden bald nicht mehr zu unterscheiden sein von anderen Dienstleistungsanbietern. Die Träger dieses Hauses, der Bischöfliche Stuhl und der Diözesancaritasverband, lassen uns dieses Ziel hier verfolgen.

Mein Amt ist es Brücken zu bauen. Was für jeden Bewohner gilt, gilt natürlich auch für den Rektor. Im Zusammenspiel aller, der Bewohner, der Schwestern, der Mitarbeiter, der Gäste und Mieter ist es mir Auftrag diesem Wort zu folgen und zu dienen. Am Anliegen von Wahrheit und Wahrhaftigkeit entscheidet sich die Qualität des Umgangs.

Markus Tüshaus


(Markus Tüshaus ist seit dem 27. Juli 2006 Heimleiter. Gleichzeitig ist er Domvikar und Zeremoniar am Hohen Dom. Einen kleinen Einblick in seine Arbeit am Dom gibt folgender Beitrag über die Einführung von Bischof Genn: Neuer Oberhirte von Münster)

 

Die Heimleiter des Deutschen Studentenheims:

seit 2006 Domvikar Markus Tüshaus
2000 – 2006 Kaplan Dr. Norbert Köster
1994 – 2000 Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck
1967 - 1993 Domkapitular Paul Ketteler
1963 – 1967 Prof. Dr. Werner Bröker
1962 – 1963 Prof. Dr. Paul Schladoth
1942 – 1959 Dr. Joseph Tenspolde
1938 – 1942 Dr. Bernhard Bendfeld
1937 – 1938 Dr. Heinrich Portmann
1935 – 1937 Prof. Dr. Johannes Quasten
1932 – 1935 Prof. Dr. Max Bierbaum
1929 – 1932 Prof. Dr. Karl Ohm

* WDR Fernsehen - Lokalzeit Münsterland  30.03.2009 - Beitrag  "Neuer Oberhirte von Münster": Link zum Video in der Mediathek des WDR.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 31. Oktober 2009 um 01:46 Uhr